EU-Gesetze die keiner braucht !

Werden Rammschutzbügel bald verboten?



Bekannt ist das Problem schon lange: Rammschutzbügel am Allradler-Bug sind bei Zusammenstößen mit Fußgängern für Kinder besonders gefährlich – ein Aufprall kann schnell tödlich enden, besonders wenn Kleinkinder vom Bügel am Kopf getroffen werden. Zwar hat die EU bereits 1997 eine Bauvorschrift (74/483/EEC) für Frontbügel erlassen, die diese entschärft. Doch Experten geht das noch nicht weit genug. Sie forden bei Verkehrstagungen regelmäßig ein generelles Verbot des Rammschutzes auf öffentlichen Straßen. Denn obwohl die neuen Schutzbügel von der Höhe her Pkw-Niveau haben, bleibt ein riesiger "Altbestand". Bereits montierte Bügel brauchen nicht ausgetauscht zu werden – und Geländewagen sind langlebig!
Untermauert wurde dieses Ansinnen in den letzten Wochen durch zahlreiche Fernsehreportagen, die Versuche von ARD Ratgeber "Auto und Verkehr" (1998) und Dekra (2000) aufgriffen. Dort wurde sehr zuschauerwirksam demonstriert, was mit einem Kinderkopf geschehen kann bei einem Zusammenprall mit einem Rammschutzbügel bei nur 25 km/h. 

Zugegeben, bei den meisten Geländewagen erfüllt der Bügel zu aller erst einmal eine rein optische Aufgabe. Ob nun schwarz, verchromt oder aus Edelstahl, er passt einfach zum Bild des freiheitsliebenden Abenteurers und Draufgängers. Seiner eigentlichen Schutzfunktion, zum Beispiel kleinen Bäumen und Gebüsch die Aufprallwucht zu nehmen, kann er kaum nachkommen, da das Gros der Allradler niemals Gelände aus nächster Nähe sieht. Der Zusammenstoß mit einem Menschen ist da schon fast wahrscheinlicher. Und hier fängt für alle Automobile das Dilemma bereits an: Bauen die Hersteller die Fahrzeuge so, dass Erwachsene im Bereich Unter- und Oberschenkel im Falle eines Aufpralls glimpflicher davon kommen, kann das für Kinder im Oberkörper- und Kopfbereich den gegenteiligen Effekt haben – nämlich zu schwersten Verletzungen führen. 

Nun soll im Jahr 2002 die EU-Richtlinie "Fußgängerschutz" kommen. Neue Crash-Grenzwerte werden zu einigen Änderungen an den Fahrzeugfronten führen, auch im Geländewagensegment. Die runden Formen eines Mercedes M gegenüber dem kantigen G-Typ mögen neben veränderten Käuferwünschen erste Anzeichen in diese Richtung sein. Auch hat es schon Versuche mit Airbags unter der Motorhaube gegeben, die einen möglichen Zusammenprall mit Personen erkennen und sich rechtzeitig aufblasen. Das wäre sicherlich eine Maßnahme, die auch die Gefährlichkeit der Rammschutzbügel an Geländewagen weiter entschärfen könnte. Nachrüstungen für Fahrzeuge mit Frontbügeln alter Bauart würden helfen, ein eventuelles Verbot zu verhindern. Und daran liegt vielen Allradfahrern. Denn seien wir doch einmal ehrlich, die Dinge, die man eigentlich nicht braucht, sind oft die schönsten.


Weitere Links zum Thema:

Bericht der Autozeitung

www.pickuptrucks.de